Schule wollte Wachteln im Unterricht züchten

25.03.2025 / Mit einer zweifelhaften Aktion hat die Freibühlschule Engstingen im Kreis Reutlingen für Kritik beim Deutschen Tierschutzbund und einigen Eltern gesorgt. Nach Recherchen von Radio BW Baden-Württemberg wurden im Kunstunterricht in einer fünften Klasse Wachteleier ausgebrütet; die Küken sollten anschließend an interessierte Schülerinnen und Schüler verteilt werden.

Der Deutsche Tierschutzbund bemängelte das Projekt, das offenbar ohne fachkundige Begleitung durchgeführt wurde; zudem seien Kinder im entsprechenden Alter nicht in der Lage, Wachteln tiergerecht zu halten, hieß es. Auch seitens einer Wachtelzucht auf der Schwäbischen Alb wunderte man sich über das Vorhaben. Es gebe zwar entsprechende Projekte, die jedoch von Experten begleitet würden und strengen Regeln unterlägen, hieß es.

Die Freibühlschule Großengstingen wollte sich nicht selbst äußern, sondern ließ auf Anfrage von Radio BW über das Regierungspräsidium Tübingen mitteilen, es habe sich um ein Projekt im Biologieunterricht gehandelt. Die Wachteleier seien von einem Züchter am Montag bereitgestellt und bereits am Freitag an diesen wieder zurückgegeben worden.

Ein Elternbrief und die angegebene Zeitspanne von fünf Tagen lassen jedoch Zweifel an den Aussagen der Schulleitung aufkommen. Vielmehr besteht der Verdacht, dass die Schule nach Bekanntwerden erster Recherchen in Erklärungsnot geriet und das Projekt aufgrund der Nachfragen von Medien, Regierungspräsidium und Kultusministerium abbrach. Wo sich die Wachteln jetzt befinden, blieb zunächst unklar.

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